Das ist wieder soooo typisch. Da habe ich mal ein paar Tage frei und schon regnet es. Nun ja, man muss das Beste draus machen und so beschloss ich heute trotzdem meine schon länger geplante Elb-Radtour durchzuziehen. Man ist ja schließlich nicht aus Zucker*. Und abgesehen davon: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung**.

Von Lauenburg aus ging es am nördlichen Elbufer nach Geesthacht, dort über die Elbe und dann am Südufer über Tespe und Artlenburg zurück nach Lauenburg. Als ich im strömenden Regen dort ankam, war meine Laune erstmal auf einem Tiefpunkt. Nach dem ersten gefundenen Geocache und ein paar Sonnenstrahlen in der Lauenburger Altstadt legte sich das aber schnell wieder.

Die Strecke erwies sich als schön, aber anspruchsvoll. Gleich zu Anfang viele recht heftige Steigungen und dabei gemeine Baumwurzeln. Die schöne Landschaft machte aber alles wieder gut und so hatte ich schnell das erste drittel der Strecke hinter mich gebracht.

Bei ekligem Wetter geht nix über eine Tasse Ostfriesentee am Wasser. Ja, ich wäre lieber an die See gefahren, aber die Elbe ist nun mal wesentlich dichter und macht auch schon was her. Wenn man genau hinschaut, sieht man sogar Wellen.

Ein paar Kilometer weiter kam ich dann am Atomkraftwerk Krümmel vorbei. Nicht wundern, das Foto entstand auf der Rückfahrt von der anderen Seite der Elbe. Von da sieht es "schöner" aus. Für die die Krümmel nicht kennen: Das Teil wirkt eher wie eine Keksfabrik als ein AKW, weil es mit Elbwasser gekühlt wird und deshalb die obligatorischen Kühltürme fehlen.

Nur wenige hundert Meter weiter findet man gleich das nächste Kraftwerk, nämlich das Pumpspeicherkraftwerk Geesthacht. Es ist mit 120MW das größte seiner Art in Norddeutschland. Krümmel bringts übrigens auf knapp 1400MW. Da auch ein Aussichtsturm angepriesen wurde, beschloss ich mir diese Anlage mal genauer anzusehen.

Elbwasser wird in das 80m über der Elbe liegende Oberbecken gepumpt und dann über eine etwa 500m lange Gefällestrecke durch Turbinen geleitet die einen Generator antreiben. Befüllt wird das Becken bei geringem Stromverbrauch mit Pumpen über den gleichen Weg. Zusätzlich stehen hierfür ein Windkraftwerk (so ein lautes und gruseliges Ding hab ich noch nie gehört) und ein kleines Solarkraftwerk zur Verfügung (hier muss wohl jemand etwas kompensieren).

Der Weg dort hoch war nicht gerade kurz, um so enttäuschter war ich, als ich zunächst gar nichts zu sehen bekam. Nachdem ich das Becken fast umrundet hatte, fand ich dann aber endlich einen Zugang und den versprochenen Aussichtsturm. Der Blick von dort oben muss normalerweise recht schön sein, an guten Tagen kann man angeblich Lüneburg und Hamburg sehen.

Ich hatte hingegen nur einen tollen Blick auf die heftige Regenfront die beunruhigend schnell auf mich zu kam. Genaugenomen habe ich es nicht mal geschafft meine Kamera schnell genug wegzupacken, und so entstand wenige Sekunden später das nächste Bild bei meiner Flucht von diesem schutzlosen Turm in den gut 500m entfernten Wald.

Ich weiß nicht mal warum ich die überhaupt dabei hatte, aber bei dieser Aktion muss ich mal wieder meine Sonnenbrille verloren haben. Kann ja auch nicht sein das so ein Ding bei mir mal länger als eine Saison hält. Aber nachdem ich bei Geesthacht die Elbe überquert hatte, wurde das Wetter tatsächlich besser und zwischen leichten Schauern kam immer wieder die Sonne heraus.

Bei meiner zweiten Elb-Überquerung in Lauenburg konnte ich mir dann sogar noch den Sonnenuntergang ansehen, bevor ich mit der Bahn den taktischen Rückzug nach Lüneburg angetreten habe.
Fazit: Was über Stromerzeugung gelernt, klitschnass geworden, acht Dosen gefunden, meine Sonnenbrille verloren, etwa 50km per Rad zurückgelegt. Ob mans glaubt oder nicht, insgesamt doch noch ne schöne Tour.
* Was nichts daran ändert das sich die Kleidung genau so vollsaugt wie Zucker. Zum Glück löst sie sich aber nicht auf.
** Wer auch immer sich diesen Mist ausgedacht hat, soll mir mal zeigen wie er im Neoprenanzug und Gummistiefeln auf dem Fahrrad unterwegs ist.
Haste dabei auch “Chepre und Sobek” gemacht? Der liegt ja nun genau um das Pumpspeicherkraftwerk rum.
Ach ja, sehr schöne Bilder.
Den hätte ich zwar gern gemacht, aber ein 10-Station Multi passt immer nicht so gut in mein Radtour Konzept. Schon gar nicht bei dem Wetter. Generell sammle ich dann lieber Tradis, oder mal nen kleinen Multi…
Hauptsache, die Tour hat dir trotz Regen und verlorener Sonnenbrille Spaß gemacht.
Das letzte Bild sieht richtig gut aus!!
Greetz CaLLiBRi
Danke. Leider war es eigentlich schon zu dunkel, so das ich viel über den Gamma-Wert retten musste. Daher wirkt das Bild in groß nicht mehr so gut.
das tut mir leid mit dem Regen
Falls du gerne Ostfriesischen Regen haben willst – heißen Tee haben wir auch für dich.
Hehe, ja, den Tee werde ich mir gern bei der nächst passenden Gelegenheit abholen…