Heute an der Käsetheke:
Ich: Ich hätte gern ein Stück jungen Gouda.
Verkäuferin: Alter, Mittelalter oder vom Jungen?
Ich: Vom Jungen, bitte.
Verkäuferin: Geschnitten oder am Stück?
Ich: Am Stück.
Frei nach dem Motto: "Darfs auch ein bisschen mehr sein?"
Klingt, als würde die Verkäuferin bei mir einkaufen. Meine Kunden sind meistens auch so…
Etwas minderbemittelt also? Mein Beileid. Wobei es in obigem Fall ja wahrscheinlich einfach nur die Macht der Gewohnheit war – wenn man den ganzen Tag immer nur ein halbes Dutzend quasi gleicher Sätze sagt, wird man nicht so ohne weiteres aus diesem Trance gerissen.
Erinnert mich dennoch an einen Fall mit der Deutschen Bahn vor ein paar Monaten:
Ich wollte von Karlsruhe nach Duesseldorf, Umstieg in Mannheim. Aufgrund eines medizinischen Notfalls verzögerte sich die Abfahrt jedoch, sodass abzusehen war, dass es trotz etwa 15 Minuten Wartezeit in Mannheim knapp werden würde. Alternative Verbindungen, die zeitig Duesseldorf erreichen wuerden, gab es keine mehr.
Also einen Zugbegleiter gesucht, diesen in Form einer Frau mittleren Alters schnell gefunden, und ihr folgende Frage gestellt:
“Wie lange warten bei Verspätungen Anschlusszüge in der Regel?”
Man könnte meinen, die Frage sei klar gestellt und einfach zu verstehen, scheint aber manche Mitmenschen haushoch zu überfordern. Ihre Antwort jedenfalls war:
“Ich kann Ihnen nicht sagen, ob Sie Ihren Zug in Mannheim kriegen”
Das ganze wiederholte sich, trotz mehrmaliger Erklärung, dass das nicht meine Frage gewesen sei, drei oder vier mal, dann gab ich, fast schon erschöpft, jedoch trotz äußerliche Ruhe definitiv dem Wahnsinn nahe, auf.
Die Überlegung, dass man sich mit dieser Information ausmalen kann, ob es überhaupt noch Sinn macht, aufzubrechen, oder man es besser gleich bleiben laesst, wird diese Frau zu Lebzeiten nicht mehr nachollziehen können…
Da fällt mir jedenfalls nicht mehr wirklich viel zu ein, ausser vielleicht: “Die Krone der Schöpfung? Wer? Wir?”
Hallo,
nunja, vom Jungen hätte ich auch nix abgeschnitten bekommen wollen,
eher dann vom jungen…
Ansonsten leidet die Frau sicherlich an einem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.
Wie sagte mal ein Mensch: “Innerlich tobe ich.”
So long,
Michael
Herzlichen Glückwunsch zu dieser virtuosen und vollkommen sinnlosen Pathologisierung normalen Verhaltens.
Nicht jeder der mal unaufmerksam ist, leidet auch an ADS.
Da mir die Richtung in die die Kommentare hier laufen nicht so recht gefällt, nur mal kurz bemerkt: Ich finde es erstaunlich das ausgerechnet dieser kleine Artikel für so viel Aufmerksamkeit sorgt. Mir liegt es fern hier irgend jemanden beleidigen zu wollen, ich fand lediglich diesen kleinen (sicher an anderen Stellen täglich geführten) Dialog bemerkenswert…
Moin, Du darfst meinen an sich humorvoll gemeinten Beitrag gerne löschen…
Ne, bei dir ist mir schon klar wie du das meinst, das war eher generell bezogen und auf einen Beitrag den ich bereits gelöscht habe. Humor im Internet ist halt immer so eine Sache…
ich finds schön…wenn man es eilig hatte, ist es nur halb so witzig, aber wenn man die Zeit hat, erheitert es einem die Wartezeit!
Eben, ich fand jedenfalls witzig und musste mir doch das Grinsen verkneifen…
Um den kleinen Artikel noch etwas “aufzubauschen”:
Da gabs doch auch mal so nen Sketch (nicht das ihr glaubt, ich gucke viel TV, aber ich kann mich an ne menge Mist erinnern..) mit dem Kerl beim Dönerladen: Einen Döner mit allem. Mit scharfer Sauce? Ja, mit allem. Mit Zwiebeln? Ja verdammt, mit allem! usw…
mit döner?