Eigentlich hatte ich mir vorgenommen eine mehrtägige Tour zu machen und den Ostsee-Radweg von Lübeck nach Fehmarn zu fahren. Das Wetter in der letzten Woche hat mir jedoch einen ziemlichen Strich durch die Rechnung gemacht.


Nach Fehmarn wollte ich aber trotzdem und so habe ich mich mit Karten bewaffnet und eine Strecke Rund um die Insel geplant (ebenfalls entlang des Ostsee-Radweges). Mit dem Zug ging es von Lüneburg nach Großenbrode. Von dort sind es noch etwa 6km bis zur Fehmarnsundbrücke, die die Insel mit dem Festland verbindet (ja, die die man immer in den Verkehrsnachrichten hört, weil sie bei zu starkem Wind für LKW gesperrt wird). Es war mir wichtig wenigstens selbst mit dem Rad hinüber zu fahren.

Wie sich herausstellte war das eine gute Entscheidung, denn von dort oben hat man eine tolle Sicht über die Insel. Jetzt wo überall die Rapsfelder blühen sah das wirklich klasse aus, obwohl es leider etwas diesig war. Was mir aber schon auf der Hinfahrt auffiel, war der enorme Verkehr. Wo wollen die nur alle hin? Hoffentlich nur zum Fähranleger.

So ging es zunächst Richtung Westküste und an dieser entlang bis zur Nordseite der Insel. Was ich bisher nicht wusste, ist das Jimi Hendrix hier seinen letzten Auftritt im Jahr 1970 hatte. Nur 12 Tage vor seinem Tod. Daran erinnert ein Gedenkstein, den ich natürlich besuchen musste.


Weiter ging es entlang der Nordseite der Insel. Hier ist große Abschnitte Naturschutzgebiet, bis man irgendwann Puttgarden erreicht. Der Hafen dort ist Anlaufstelle für allerlei Schiffe und gleichzeitig gibt es hier den einzigen Bahnhof der Insel. Ansonsten konnte ich nichts weiter sehenswertes erblicken, daher gibt es auch keine Fotos.

Anschließend habe ich ein bisschen Abgekürzt, um auch die größte Stadt der Insel "Burg auf Fehmarn" (bzw. jetzt heißt das offiziell scheinbar nur noch Fehmarn) zu sehen. Das sich dieser Abstecher nun wirklich gelohnt hat, kann ich eigentlich nicht behaupten. Es gab zwar endlich was zu essen und Getränkenachschub für mich, aber in der kleinen Stadt herrscht (wie eigentlich überall auf der Insel) viel zu viel Verkehr.

Was mich ebenfalls gestört hat sind die teilweise wirklich schlechten Wege. Wenn sich das ganze schon Ostsee-Radweg nennt, dann erwarte ich eigentlich einen Untergrund auf dem man gut fahren kann. Teilweise fährt man jedoch über Deiche die nur mit Gras überwachsen sind, sowie kilometerlange, lose Kieswege. Das war (gerade bei der steifen Briese) ziemlich Kräfte raubend. Verglichen mit Sylt hat Fehmarn bei mir also keine Chance. Aber die Nordsee ist mir eh lieber.

Nichtsdestotrotz hatte ich am Ende der Tour ziemlich genau 80km auf dem Tacho, kann jetzt behaupten "fast" die ganze Insel gesehen zu haben und habe nebenbei noch 13 Geocaches gefunden. Keine schlechte Leistung würde ich mal behaupten. Allerdings werde ich von meinem Sofa heute auch nur noch aufstehen um ins Bett zu gehen.
