Geocaching: Nochmal 30 km zu Fuß durch Hamburg

Vor etwas mehr als 5 Jahren habe ich den Geoache "x-treme" gefunden. Eine 30 km Wanderung quer durch Hamburg, vom Berliner Tor bis nach Rissen. Der zweite Teil, "more x-treme" stand seit dem auf meiner ToDo Liste und vor ein paar Tagen habe ich mich wieder auf den Europäischen Fernwanderweg E1 begeben.

Diesmal führten mich die weißen X vom Berliner Tor bis nach Aumühle. Wieder gute 30 km Strecke, aber durch eine Ecke von Hamburg, die ich noch nicht so gut kannte. So dachte ich zumindest.

Den Thörls Park an der Hammer Kirche, zum Beispiel, habe ich während der Zeit, in der ich in Hamburg gewohnt habe, regelmäßig auf dem Weg zur Arbeit durchquert. An diesem Wochenende, morgens gegen 8:30, war hier nicht viel los und überall tummelten sich Kaninchen. Als ich damals zum ersten mal im Dunkeln mit dem Rad durch diesen Park gefahren bin, dachte ich noch das wären Ratten. In der Stadt hatte ich nicht mit Kaninchen gerechnet, aber mangels natürlicher Feinde vermehren die sich in den Parks explosionsartig.

Was dieser Abschnitt mit dem mir bereits bekannten Abschnitt des E1 gemeinsam hat, ist, dass man mitten in Hamburg fast immer im Grünen unterwegs ist. Ein Park reiht sich an den nächsten und der Wanderweg schlängelt sich geschickt mittendurch. Den Wahnsinn der Großstadt bekommt man praktisch als Zugabe. Wie den Fernseher mit dem Hinweis "Gratis und voll funktionsfähig", den jemand irgendwo auf dem Rasen abgestellt hatte. Durchaus möglich, dass die alte Kiste den Regen der letzten Tage tatsächlich funktionsfähig überstanden hat, aber wer will so ein Teil heute schon noch haben?

Im Stadtteil Horn wurde es dann wieder etwas urbaner und die X-Weg-Kennzeichnung ist hier teilweise elegant an die Gegebenheiten angepasst.

Nachdem ich durch Bergedorf gelaufen war, konnte ich die Stadt nun endgültig hinter mir lassen. Durch einen hässlichen Beton-Tunnel führte der Weg in das Naturschutzgebiet "Boberger Niederung". Eine passende Inszenierung.

Ab hier machte die Strecke richtig Spaß. Es ging durch abwechslungsreiche Moor- und Marschlandschaften, vorbei an einem Flugplatz für Segelflugzeuge, bis ich in der Ferne etwas entdecke, dass mir ebenfalls bereits bekannt war.

Die großen und irgendwie skurrilen Binnendünen, die sich hier mitten im Landesinnern auftürmen, hatte ich bereits einige Jahre zuvor kennengelernt. Sonst wäre ich sicher sehr über diese Entdeckung erstaunt gewesen.

Auch in dem Waldstück hinter den Dünen war ich schon mal unterwegs. Nichtsdestotrotz einer der schönsten Abschnitte der gesamten Strecke. Ideal für eine Mittagspause und Fußkühlung, denn die Sonne hatte ich ein wenig unterschätzt. Ich wünschte mir, ich hätte irgendeine Kopfbedeckung mitgenommen.

Als ich wieder aus dem Wald kam, musste ich feststellen, dass ich immer noch im Bezirk Bergedorf war. Der Weg führte mich durch Lohbrügge, vorbei an der Erlöserkirche und dann immer entlang der Bille.

Ab Reinbek hatte ich dann Hamburg verlassen und Schleswig-Holstein erreicht. Nach nun 25 km machte es sich langsam unangenehm bemerkbar, dass mir die Sonne den ganzen Tag ungehindert auf den Kopf gebraten hatte und ich war froh, bald wieder einen schattigen Wald erreicht zu haben.

Nach 29 km hatte ich dann mein Ziel erreicht und die kleine Dose tatsächlich gefunden. Nicht sonderlich spektakulär, aber bei diesem Cache ist ganz klar der Weg das Ziel. Wie schon beim letzten Mal musste ich auch hier wieder feststellen, dass man 30 km zu Fuß gut schaffen kann. Viel mehr muss es aber auch nicht sein. Marathon laufen trifft bei mir also weiterhin auf Unverständnis 🙂

Was mich erstaunt hat, ist wie viel ich im Laufe der Zeit durch Geocaching schon entdeckt habe. Ich hatte mir die Strecke vorher nur grob angesehen und war davon ausgegangen mal ein paar neue Ecken zu finden. Tatsächlich traf das nur auf ein paar wenige Kilometer zu.

Nun galt es nur noch die letzten Kilometer bis Aumühle zurückzulegen, von wo ich mit der S-Bahn zurück zum Berliner Tor fahren würde. Soweit zumindest der Plan. Nachdem ich dort angekommen war und mir ein Eis an der Tankstelle gekauft hatte, musste ich feststellen, dass die S21 leider nur bis Bergedorf fährt und ab dort Schienen-Ersatzverkehr eingesetzt wurde. Na super! Genau wie vor 5 Jahren! Auch da musste ich extra Kilometer in kauf nehmen und mit dem Bus fahren, weil in Blankenese Gleisarbeiten durchgeführt wurden.

Das GPS zeigte beim Erreichen der S-Bahn 32,1 km, die ich heute zurückgelegt hatte. Ab Bergedorf musste ich mich dann in einen überfüllten Bus quetschen und habe irgendwann die Haltestelle Berliner Tor und anschließend den Hauptbahnhof erreicht.

Insgesamt eine tolle Tour, die mir trotz des Bahn-Chaos am Ende gut gefallen hat. Notiz fürs nächste mal: Wenn die Sonne scheint, Sonnenhut einpacken.

Daten von OpenStreetMap – Veröffentlicht unter ODbL